Endlich: Polarlichter !

Nachdem wir fünf Tage in Reine und Umgebung verbracht haben, ging es nun weiter in Richtung Leknes, wo wir im kleinen Örtchen Gravdal ein Quartier für weitere drei Tage haben.

Auf dem Weg nach Leknes hielten wir nochmal im Seeadler-Gebiet, doch offenbar war es die falsche Tageszeit, denn heute waren hier weit und breit keine Adler zu sehen. Zumindest nicht am Boden, hoch oben in den Lüften kreisten schon ein paar, aber ich hätte ja gerne eine schöne Nahaufnahme gemacht. Wir hielten uns ein bisschen in dem Gebiet auf, fuhren dann aber doch weiter und beschlossen, noch ein drittes Mal wiederzukommen.

Da wir ohnehin erst um 16:00 in unserer neuen Unterkunft einchecken konnten, fuhren wir zuvor noch zu zwei der bekanntesten Strände der Lofoten: Haukland und Uttakleiv.

Besonders in Haukland hatte ich mir deutlich mehr Andrang vorgestellt, aber auch hier waren wir mal wieder ganz alleine … mal abgesehen von zwei Spaziergängern mit ihrem Hund. Der helle Sandstrand mit seinem türkisblauen Wasser könnte auch in der Karibik liegen und sieht auch von oben einfach nur traumhaft aus.

Uttakleiv, ein Strand der besonders bei den Fotografen wegen seiner runden Steine, die im Wasser liegen, bekannt und beliebt ist, ist nur wenige Auto-Minuten entfernt. Hier trafen wir drei andere Fotografen, wovon uns zwei warnten, dass bald die Flut komme und das Wasser hier wohl sehr schnell ansteigen würde. Dennoch gingen wir noch an den Strand hinunter und setzten die großen runden Steine in Szene.

Auf dem Rückweg hielten wir in Leknes in einer kleinen Bäckerei, es tat gut mal wieder ein bisschen mehr „Zivilisation“ zu spüren und unter Menschen zu sein. Reine ist im Vergleich zu Leknes noch viel ruhiger, abgelegener und weniger belebt.

Als wir dann zu unserer neuen Unterkunft kamen, war es bereits dunkel. Wir fuhren also bis zu dem Punkt, zu dem uns unser Navi schickte und fanden ca. 10 relativ ähnlich aussehende Häusschen nebeneinander am Wasser stehen. Wir hatten die Hausnummer 61, doch leider fanden wir diese nirgends. Das Wetter hatte mal wieder zu Sturm und Regen gewechselt, was die Suche zu Fuß im Dunkeln nicht unbedingt angenehmer machte. Manche Häuser hatten leider gar keine Hausnummer, so dass wir vermuteten, die 61 ist eines davon. Als dann per Ausschlussverfahren eigentlich nur noch ein Haus in Frage kam, gingen wir dorthin zurück, wo wir anfangs eigentlich schon mal waren. Doch in diesem Haus konnte man Lichtflackern aus dem ersten Stock erkennen, wir dachten also, es wäre bewohnt und es würde vielleicht ein Fernseher laufen. Dennoch überprüfte ich den Code der Schlüsselbox und tatsächlich: sie ging auf und der Schlüssel fiel heraus. Es war also doch die Nummer 61.

Wir verschafften uns erstmal einen Überblick und waren sofort verliebt in unser neues, wunderschönes Zuhause.

Doch eine Überraschung der besonderen Art wartete für uns im 1. Stock , von wo das flackerende Licht bereits von draußen zu sehen war. Ich glaube, wenn ich es hätte erraten müssen, auf diese Idee wäre ich nie gekommen: es war unsere Toilettenschüssel, die abwechselnd rot und blau leuchtete. Immerhin würde man sie so auch nachts nicht verfehlen …

Abends hatten wir uns dann vorgenommen, noch in eine Bar in Leknes zu gehen, immerhin war es Samstag Abend und, wie bereits erwähnt, sehnten wir uns irgendwie nach ein bisschen Zivilisation. Es gab allerdings in ganz Leknes aktuell nur zwei Bars, die überhaupt geöffnet hatten und das auch nur bis 23:00. Wir suchten uns also eine der beiden aus und gönnten uns ein ausgiebiges Abendessen und ein paar Drinks (dabei versuchten wir die Preise einfach zu ignorieren). Leider waren wir so ziemlich die einzigen Gäste und so endete der Abend früher als geplant.

Wie so oft im Leben, hatte das jedoch auch etwas Gutes, denn nur kurz nach dem wir wieder zu Hause waren, bot sich draußen endlich das lang ersehnte Naturspektakel. Unsere Veranda zeigt glücklicherweise direkt nach Norden, so dass wir diesmal noch nicht mal irgendwo hinfahren mussten, um die Nordlichter zu sehen.

Jedes mal aufs Neue stehe ich einfach nur gebannt da und schaue in den Himmel. Es begann erst langsam

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, doch je länger wir draußen standen, desto größer wurde das Feuerwerk am Himmel, bis die Polarlichter schließlich wieder deutlich mit bloßen Auge sichtbar waren, über den Himmel tanzten und diesmal sogar in grün und pink leuchteten.

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