Am 13. Januar 2022 war es endlich soweit: wir machten uns auf den Weg in Richtung Norden.
Das erste Ziel unserer diesjährigen Reise war die Stadt Tromsø in Norwegen, die auch als das „Tor zur Arktis“ bezeichnet wird. Tromsø liegt auf dem 69. Breitengrad und somit ca 350 km nördlich des Polarkreises, was der geographischen Breite von Nord-Alaska entspricht.
Unser Flug nach Tromsø ging über Oslo, wo wir ca. 2h Aufenthalt hatten. Eigentlich mehr als genug Zeit, könnte man meinen. Doch was wir nicht wussten, am Flughafen in Oslo muss man sein Gepäck abholen und erneut einchecken bevor man weiterfliegen kann. Außerdem mussten wir uns noch einem Corona-Schnelltest unterziehen, 25 min auf dessen Ergebnis warten und ebenfalls nochmal durch den Security-Check. Uns haben die zwei Stunden zwar gereicht, aber viel Zeit blieb nicht. Man sollte also unbedingt darauf achten, in Oslo genügend Umsteigezeit einzuplanen.
Als wir um 15:20 in Tromsø landeten, war es bereits dunkel. Hier, nördlich des Polarkreises, herrscht zur Zeit Polarnacht. Das bedeutet, die Sonne kommt zu keiner Tageszeit über den Horizont, erst wieder ab dem 21. Januar. In der Theorie wusste ich das natürlich, es aber dann doch einmal so hautnah mitzuerleben, ließ mich noch des Öfteren staunen in den nächsten Tagen.
Wir fuhren mit dem Bus vom Flughafen in die Innenstadt, wo wir zwei Übernachtungen im Smart Hotel Tromsø gebucht hatten. In der Innenstadt angekommen, fiel mir als erstes auf, dass hier wohl niemand die Straßen räumt. Alle Verkehrswege waren dick verschneit und teilweise vereist. Ein Zustand, bei dem in Deutschland viele schon gar nicht mehr das Haus verlassen würden, schien hier ganz normal zu sein.


Wir brachten schnell die Koffer ins Zimmer und machten uns anschließend direkt auf zu einem ersten Erkundungsrundgang. Die Innenstadt von Tromsø ist klein, gemütlich und überschaubar. Dennoch zählt der Großraum der Stadt ca 77.000 Einwohner.
An unserem ersten Abend in der Stadt erkundeten wir die Gegend rund um den Hafen.


Es war nicht wirklich kalt hier – ca. 0 Grad – was für diese nördliche Lage und die Jahreszeit doch eher milde erscheint. Das liegt am Golfstrom, der an der Küste vorbeifließt.
Schon bald trafen wir auch die ersten Einheimischen und merkten schnell wie aufgeschlossen, offen und freundlich die Norweger sind. Gar nicht so typisch skandinavisch, wie ich es auf Island erlebte, wo die Menschen zunächst einmal eher zurückhaltend waren.
An unserem zweiten Tag hier hatten wir tagsüber eine Rentier-Tour gebucht
, zu der ich in einem eigenen Beitrag mehr erzählen werde. Der Busfahrer, der uns von Tromsø zu den Rentieren und wieder zurück brachte, war so freundlich, uns auf dem Rückweg direkt an der Arctic Cathedral, dem Wahrzeichen der Stadt, aussteigen zu lassen.
Von dort aus waren es noch ungefähr 15 Minuten zur Fuß bis zur Seilbahn Fjellheisen, die uns auf den 421m hohen „Berg“ Storsteinen brachte. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick über die gesamte Stadt.

Außerdem gibt es hier oben ein kleines Restaurant mit Panorama-Blick. Die Preise für Speisen und Getränke waren überraschenderweise auch nicht höher als unten in der Stadt. Generell ist allerdings alles hier in Norwegen teurer als bei uns in Deutschland. So zahlt man beispielsweise für ein Bier ca. 8 € und für ein Hauptgericht mindestens 15-20 €. Dennoch gönnten wir uns eine kleine Auszeit und genossen den Ausblick bei einer leckeren Waffel. Woran wir uns ebenfalls noch gewöhnen mussten, ist die Umrechnung von norwegischen Kronen in Euro. Eigentlich gar nicht so schwer, denn 10 NOK entsprechen ca. 1 €, dennoch gaben wir leider direkt mal nur 30 Cent Trinkgeld, da wir uns um eine Komma-Stelle verrechnet hatten. Mögen es uns die Norweger nachsehen.
Heute ist bereits unser letzter Abend in Tromsø und wir müssen noch bis 01:30 warten, dann bringt uns ein Schiff der Hurtigruten auf die Lofoten, wo der zweite Teil unserer Reise beginnt.